Machen Apps uns gesünder oder gläserner?

Gesundheit ist das Ziel des natürlichen Lebenswillens und deshalb natürliches Ziel von Gesellschaft, Recht und Politik. Ein Mensch, der nicht nach Gesundheit strebt, wird nicht krank, sondern ist es schon.“

So heißt es im Vorwort zu Juli Zehs Roman „Corpus Delicti – Ein Prozess“. In der Dystopie der preisgekrönten Schriftstellerin geht es um eine Gesundheitsdiktatur namens „METHODE“. Doch Gesundheit spielt nicht nur in der Fiktion eine immense Rolle – gerade in Zeiten einer Pandemie ist das Thema allgegenwärtig. Immer mehr Menschen optimieren ihre Körper und ihr Leben bis ins kleinste Detail. Sixpack am Bauch ist cool, Sixpack aus dem Supermarkt nicht mehr.
Apps und Uhren zählen unsere Schritte. Sie bewerten die Qualität unseres Schlafs. Sie messen unseren Kalorienverbrauch. Sie speichern unseren Puls. Sie sammeln Unmengen sensibler Daten. In Deutschland nutzt mittlerweile jeder Dritte diesen „Service“. Der Markt rund um Fitness-Apps und sogenannte Wearables explodiert regelrecht. Doch wer profitiert von den Informationen? Leben Nutzer der Apps und Uhren gesünder?

Manche lassen sich durch die Geräte vielleicht zu mehr Bewegung motivieren. Schließlich ist dank der Apps auf einen Blick erkennbar, was Nutzer geleistet haben und wie viele Schritte ihnen zum Tagesziel noch fehlen. Wer seine Daten mit Freunden oder Kollegen teilt, kann sich sogar gemeinsam anspornen. Was die einen antreibt, stresst die anderen. Gerade beim Teilen der Daten mit Bekannten wird der Leistungsdruck für viele jedoch zum Problem. Die Tracker können also nicht nur zur körperlichen Fitness beitragen, sondern auch die mentale Gesundheit gefährden. Und diese darf natürlich ebenfalls nicht zu kurz kommen. Apps und Wearables helfen dabei aber wenig. Wichtiger ist da, sich im stressigen Alltag bewusst Pausen zu nehmen und den Moment zu genießen – ob bei einem Kaffee im Lieblingssessel oder einem Spaziergang nach Feierabend. Das Leben findet im Hier und Jetzt statt.

Titelbild: stock.adobe.com

Machen Apps uns gesünder oder gläserner?

Gesundheit ist das Ziel des natürlichen Lebenswillens und deshalb natürliches Ziel von Gesellschaft, Recht und Politik. Ein Mensch, der nicht ...
W E I T E R L E S E N

50 Jahre Beatles-Trennung: Das Vermächtnis der Fab Four

Nach dem Ende der Beatles nutzten die vier Bandmitglieder die neu gewonnene Freiheit, um Solopfade zu beschreiten – mit unterschiedlichen ...
W E I T E R L E S E N

Herbstferien: Grenzenlose Freiheit bei einem romantischen Roadtrip? Das geht auch in Deutschland!

Bald sind Herbstferien. In den vergangenen Jahren zog es zu dieser Zeit so manchen noch einmal mit dem Flieger in ...
W E I T E R L E S E N

Das Sei so Frei Quiz: Ernährungs- und Gesundheitsmythen

Mal ehrlich, es gibt viel Halbwissen da draußen. Gerade, wenn es um die Ernährung oder die Gesundheit geht, kennen viele ...
W E I T E R L E S E N

Zum BuLiga-Start: Eine Verneigung vor dem freien deutschen Sportjournalismus

Wir schreiben das Jahr 1920: Turnen ist die mit Abstand beliebteste Sportart in Deutschland. Der Fußball hingegen, der vor gar nicht ...
W E I T E R L E S E N

75 Jahre Sieg der Freiheit: So endete am 2. September 1945 der Zweite Weltkrieg

Am 8. Mai wird in Deutschland jährlich dem Ende des Zweiten Weltkrieges gedacht. Viele vergessen dabei, dass dieser Tag lediglich ...
W E I T E R L E S E N
 
Sei so frei und teile dies auf ...

0 Kommentare zu “Machen Apps uns gesünder oder gläserner?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.