50 Jahre Beatles-Trennung: Das Vermächtnis der Fab Four

Nach dem Ende der Beatles nutzten die vier Bandmitglieder die neu gewonnene Freiheit, um Solopfade zu beschreiten – mit unterschiedlichen Resultaten

Am 10. April 1970 schockierte ein Interview von Paul McCartney die Musikwelt. In dem Gespräch verkündete der Sänger und Bassist der Beatles seinen Ausstieg aus der wohl größten Rockband aller Zeiten und gab damit zugleich deren Ende bekannt. Zermürbt von persönlichen und künstlerischen Differenzen gingen die vier Mitglieder von nun an getrennte Wege. Was Millionen von Fans auf der ganzen Welt das Herz brach, empfanden die Fab Four als eine Befreiung aus dem Gruppenkorsett. Folgerichtig veröffentlichte das Quartett weiterhin Musik – jetzt einzeln als Solokünstler und mit unterschiedlichen Resultaten.

Ruhepol Ringo
Schon zu Bandzeiten war Drummer und Spaßvogel Ringo Starr der Ruhepol der Formation. Entsprechend entspannt gestaltete er seine Solokarriere und machte stets nur das, was ihm Spaß bereitete. Mehr als 20 Soloalben brachte Richard Starkey – so sein bürgerlicher Name – im Laufe der Zeit heraus, das letzte im Jahr 2019. In der ersten Hälfte der 70er-Jahre landete er durchaus den einen oder anderen kommerziellen Erfolg, darunter zwei Nummer-1-Hits in den USA. Die bemerkenswertesten Aufnahmen gelangen ihm mit der Ringo Starr and His All-Starr Band: An der Seite berühmter Kollegen wie Nils Lofgren, Joe Walsh, Howard Jones oder Levon Helm spielte er manch relaxte Mischung aus Coverversionen und eigenem Material ein.

George war erster
Ein wenig überraschend ging der erste Welthit eines früheren Beatle auf das Konto des stillen Gitarristen George Harrison. Die Nummer „My Sweet Lord“ schoss im November 1970 in England, Deutschland und den USA auf Rang 1 der Charts. Der Erfolg hatte indes einen kleinen Schönheitsfehler. Die 60er-Girlgroup The Chiffons reichte eine Plagiatsklage ein, zu groß sei die Ähnlichkeit zu ihrem Klassiker „He’s So Fine“. Harrison hatte die künstlerische Freiheit ein wenig zu großzügig ausgelegt, verlor den Prozess und musste ein hübsches Sümmchen berappen. Seine weitere Solokarriere verlief mit Höhen und Tiefen. Die All-Star-Band Traveling Wilburys etwa – mit dabei waren unter anderem Bob Dylan und Tom Petty – schlug in den 80igern voll ein. Das letzte zu seinen Lebzeiten veröffentlichte Werk „Cloud 9“ geriet zum Triumph, die Single „Got My Mind Set On You“ erreichte den Spitzenplatz in den USA. Am Klavier saß übrigens Elton John, am Schlagzeug Ringo Starr. George Harrison, der als Filmproduzent unter anderem den Monty-Phyton-Streifen „Das Leben des Brian“ finanziert hatte, verstarb am 29. November 2001 an Krebs.

Paul blieb Weltstar
Paul McCartney, seines Zeichens der reichste lebende Rockmusiker, konnte seinen Superstar-Nimbus nahtlos in die Post-Beatles-Ära überführen. Nahezu alle Alben nach 1970 – einige davon unter dem Band-Label The Wings – erklommen rund um den Globus hohe Hitparadenpositionen. Das James-Bond-Titellied „Live And Let Die“ (1973), „Silly Love Songs“ (1976) oder „Mull Of Kintyre“ (1977) waren nur einige der Welthits aus seiner Feder. Duette mit Stevie Wonder („Ebony And Ivory“, 1982) oder Michael Jackson („The Girl Is Mine“, 1982) setzten den atemberaubenden Lauf fort. Wenngleich spätere Singles nicht mehr ganz so reüssieren konnten, gilt „Macca“ heute als der erfolgreichste Songschreiber aller Zeiten. Und bis jetzt füllt der 79-Jährige live mühelos große Hallen und Stadien.

John schuf Evergreens
Sein kongenialer Komponisten-Partner John Lennon war ein Mann voller Widersprüche. Da verwundert es wenig, dass sein Solowerk nicht eben glattgebügelt daherkommt. Schon zu Beatles-Zeiten nahm er mit seiner Frau Yoko Ono Platten mit eher avantgardistischem Inhalt auf. Logisch, dass diese Scheiben keine Radiohits abwarfen. Doch schon 1971 schuf Lennon mit „Imagine“ einen Evergreen der Popgeschichte, der bis heute auf keiner Friedensdemo fehlen darf. „Whatever Gets You Thru The Night“ (1974) oder „(Just Like) Starting Over“ (1980) erreichten in den Vereinigten Staaten die Poleposition der Singlecharts. Für reichlich Schlagzeilen sorgte überdies das Engagement des Ehepaares für den Weltfrieden – spektakuläre Happenings inklusive. Was immer das Genie John Lennon musikalisch noch zu bieten gehabt hätte, wird die Welt niemals erfahren: Am Abend des 8. Dezember 1980 erschoss der geistig verwirrte Attentäter Mark David Chapman den Sänger vor seinem Wohnhaus in New York. Dennoch bleibt sein künstlerisches Vermächtnis – wie das seiner früheren Mitstreiter – für immer bestehen.

Titelbild: stock.adobe.com

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