Zum BuLiga-Start: Eine Verneigung vor dem freien deutschen Sportjournalismus

Wir schreiben das Jahr 1920: Turnen ist die mit Abstand beliebteste Sportart in Deutschland. Der Fußball hingegen, der vor gar nicht allzu langer Zeit von England auf das europäische Festland herübergeschwappt war, wird geringschätzig als „Fußballlümmelei“ abgekanzelt. Doch davon lässt sich Walter Bensemann nicht abschrecken: Der Pionier gründet im Juli des Jahres in Konstanz die Fachzeitschrift „Kicker“, die erste ihrer Art hierzulande. Der Startschuss für eine nunmehr hundertjährige Erfolgsgeschichte.

Im Laufe seiner Historie macht das Fußballmagazin viele Entwicklungen durch. So wandert beispielsweise der Redaktionssitz über Stuttgart und Ludwigshafen 1926 nach Nürnberg. Im Fränkischen ist die Zentrale bis heute angesiedelt. Der Name unterliegt ebenfalls einem Wandel der Zeit. Nach einer kriegsbedingten Erscheinungspause von 1944 bis 1946 gibt der Olympia Verlag den Nachfolger „Sport“ heraus. Parallel findet 1951 eine Neugründung des „Kicker“ in München statt. Beide Blätter stehen lange in Konkurrenz zueinander, ehe es 1968 zur Fusion kommt. Seither firmiert die populärste Fußballzeitschrift hierzulande unter dem Label „kicker sportmagazin“.

Zwei Mal wöchentlich
Aktuell erscheint der „Kicker“ zwei Mal wöchentlich, genau gesagt montags und donnerstags. Im Mittelpunkt der Berichterstattung steht – na klar – König Fußball, aber die beiden Ausgaben decken andere Sportarten gleichfalls ab. Darüber hinaus bringt die Redaktion regelmäßige Sonderhefte auf den Markt. Beispielsweise zu Fußballwelt- und -europameisterschaften, zur UEFA Champions League oder zu jeder Formel-1-Saison. Kultcharakter genießt das alljährliche Bundesliga-Sonderheft, das einen umfassenden Ausblick auf die kommende Spielzeit in den oberen deutschen Spielklassen gibt. Nerds erfreuen sich besonders am ausführlichen Statistikteil, wenngleich viele dieser Infos heutzutage längst online verfügbar sind.

Zahlreiche Features der Standardausgaben geben den Fans immer wieder reichlich Gesprächsstoff. So sorgen die Noten für die Profis regelmäßig für hitzige Diskussion unter den Anhängern. Ebenfalls ausgiebig besprochen an Stammtischen und in der Kurve wird die halbjährlich publizierte „Rangliste des deutschen Fußballs“. In dieser bewerten die Redakteure die Leistungen der besten hiesigen Ballzauberer und teilen die Akteure in Kategorien von „Weltklasse“ bis „Im Blickfeld“ ein.

Aller Konkurrenz wie „11FREUNDE“ oder „Sport Bild“ zum Trotz – letztere verbucht schon länger eine höhere Auflage –, gilt der „Kicker“ immer noch als die unumstrittene Instanz unter den deutschen Sportmagazinen. Diesen Nimbus verdankt die Zeitschrift, ungeachtet einer gewissen Nähe zum Deutschen Fußball-Bund, dem jederzeit freien und kritischen Journalismus. Können sich die Journalisten diese Unabhängigkeit bewahren, steht den nächsten 100 Jahren nichts im Wege.

Titelbild: stock.adobe.com

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