Zu viel Zeit? Mach was draus!

Es ist schon verblüffend, wie schnell die Corona-Krise unseren Alltag verändert hat. Jammerten vor wenigen Wochen die meisten noch darüber, für alles zu wenig Zeit zu haben, gibt es nun oft reichlich davon.

Denn: Nicht jeder kann von zu Hause aus arbeiten. Trotzdem müssen viele Leute aus verschiedenen Gründen daheim bleiben: Zwangsurlaub, Kurzarbeit oder gar Quarantäne zwingen dazu. Wer keine kleinen Kinder hat, die ständig beschäftigt werden wollen, muss sich andere Aufgaben suchen. Soziale Kontakte außerhalb der Familie sind ja ebenfalls so gut wie unmöglich.

Das Netz überschlägt sich derzeit mit tollen Ideen, wie die neu gewonnene Zeit genutzt werden kann. Es gibt schließlich auch immer etwas zu tun. So vieles fällt hinten über, wenn der Alltag normal läuft. Doch was bleibt, wenn Netflix leer geguckt, jeder Staubfaden gefunden und die Sockenschublade sortiert ist? Wenn alle Fotos geordnet, alle Fenster geputzt und sämtliche Balkone oder Beete bepflanzt sind?

 

Wir hätten da ein paar Ideen, die du vielleicht noch nicht hattest …

 

1. Einfach mal gar nichts tun
Für manche fühlt sich die Zwangspause wie ein Gefängnis an, andere finden sie gar nicht einmal so schlimm. Nicht nur, aber gerade für die erstgenannte Gruppe ist die folgende „Übung“ gedacht. Denn momentan bekommt das Wort Entschleunigung eine neue Bedeutung. Hand aufs Herz: Wann hast du zum letzten Mal einfach gar nichts gemacht? Zum Beispiel einfach dagesessen oder gelegen und am Fenster, auf dem Balkon oder im Garten den Wolken zugeschaut? Oder Vögeln beim Singen zugehört und beobachtet, wie sie von Baum zu Baum fliegen?

Eben einfach komplett abhängen. Smartphone aus und ganz grob faulenzen. Die erste Viertelstunde kann hart sein und man muss sich zwingen, nicht abzubrechen. Wer aber durchhält, wird nach einiger Zeit immer ruhiger und oft auch glücklicher. Sich komplett auszuklinken, vielleicht sogar mal einen ganzen Tag, wirft einen auf das Wesentliche zurück – auf das ruhige Atmen, das Sich-fühlen. Und es bringt die Erkenntnis: Alles läuft weiter, alles funktioniert, auch wenn ich nichts tue.

2. Sich klar werden
Dieser Tipp ist mit Nummer eins bestens kombinierbar, funktioniert jedoch ebenfalls für sich genommen. Und für manche ist er ein ebenso spannendes Experiment. Setze dich bequem hin und fokussiere dich komplett auf dich. Das klappt nur, wenn du ganz alleine bist. Dieser Moment ist für dich. Du bist währenddessen weder Vater noch Mutter, Tochter oder Partner. Du bist kein Angestellter, kein Sportler, kein Gamer oder Mauerblümchen.

Nimm im Kopf die Maske ab, die du da draußen trägst, oder die dir andere aufsetzen, um dich zu definieren. Wer ist dahinter versteckt? Denk über dich nach, bevor dieses Leben, wie du es heute lebst, begann. Hast du alles, was du dir erträumt hast? Bist du zufrieden, oder was kannst du verbessern?

3. Koch dir was Leckeres
Egal, was uns die Krise noch beschert: Einkaufen gehen müssen wir alle und werden wir weiterhin dürfen. Okay, mit Ausnahme derer in Quarantäne. Jetzt ist genau die Zeit, um in Ruhe und mit viel Genuss etwas richtig Leckeres zu kochen. Mit dem Partner ein Vier-Gänge-Menü an einem normalen, sagen wir, Mittwochabend planen? So what!

Schmöker online oder offline in Kochbüchern und finde Rezepte, die dir das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Mach in aller Ruhe eine Einkaufsliste, suche die besten Produkte im Supermarkt oder – besser noch – auf dem Wochenmarkt aus (so kommst du auch nochmal an die frische Luft). Und sei spontan und kreativ, wenn eine Zutat vergriffen sein sollte. Beim Vorbereiten der Zutaten und dem eigentlichen Kochen kann schon mal ein Aperitif genommen werden und anschließend wird ganz gemütlich in der besten Atmosphäre – deinem Zuhause – richtig genossen. Bei schönem Wetter gerne auch draußen. Und klar – auch dort mit Tischdecke! Gönn dir, verwöhn dich. Wenn nicht jetzt, wann dann?

4. Zeit für die Familie
Ob du Kinder hast oder nicht, ob du einen Partner hast oder alleine lebst: Eine Familie oder ein anderes soziales Netzwerk hat fast jeder von uns. Und wenn man ganz ehrlich ist, fällt die im stressigen Alltag oft mal hinten über. Wann konntest du dich zuletzt mal einen ganzen Tag vom Aufstehen bis zur Gute-Nacht-Geschichte wirklich jede Minute auf dein Kind fokussieren und eine gute Zeit haben?

Wie lange ist es her, dass du und dein Partner einfach gar nicht aufgestanden sind, sondern einen faulen Kuscheltag im Bett verbracht habt? Wolltest du deiner Oma oder dem Lieblingsonkel nicht seit Monaten mal beibringen, wie man Skype bedient? Oder den WhatsApp-Videochat? Ja, das geht telefonisch, auch wenn es mühseliger ist. Sie würden sich freuen, du kannst dich freuen – WinWin! Nimm dir jetzt ganz viel Zeit für Leute, die dir wichtig sind. Selbst wenn du ihnen nicht körperlich nahekommen darfst.

5. Alte Hobbys hervorkramen
Eine Sache, die in einem normalen Berufs- und Alltagsleben garantiert verschütt geht, sind alte Hobbys. Oder neue, die man aus Zeitmangel nie anfängt. Vielleicht hast du dich früher als Teenie total fürs Sternegucken interessiert, aber irgendwann hast du das einfach aus den Augen verloren? Oder du wolltest schon immer mal mit einem Onlinekurs lernen, wie man wirklich gute Fotos macht? Früher hast du gerne gezeichnet, aber seit Jahren keinen Bleistift mehr in der Hand gehabt? Erinnere dich an deine Interessen von damals oder folge denen, die seit langem in dir schlummern, aber nie geweckt wurden. Genau jetzt ist die Zeit dafür!

6. Mehr wissen
Das kennst du: Immer mal wieder ploppen Fragen im Leben auf, deren Antwort man schlicht nicht kennt. „Das muss ich mal googeln“, heißt es dann oft im eigenen Kopf. Aber schnell ist das wieder vergessen, bis zum nächsten Mal. Solche Fragen schlummern in uns allen. Vor anderen möchten wir unser Unwissen nicht gerne preisgeben, weil es uns unangenehm ist, uns die Frage vielleicht zu einfach erscheint. Und manche Dinge wollen wir einfach nur wissen, weil sie uns brennend interessieren. Nun ja: haut rein, ihr habt Zeit!

Warum ist in Australien Sommer, wenn in Deutschland Winter ist? Wie macht man eigentlich nochmal einen Seemannsknoten? Werde ich es wohl noch erleben, dass Menschen auf dem Mars spazieren, wie sind da die Planungen? Wie schreibt man eigentlich Kurkuma – und was ist das genau? Spielt eure eigene „Sendung mit der Maus“ – viel Spaß dabei!

Titelbild: stock.adobe.com

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