Muss ein Feuerwerksverbot wirklich sein? Ein Faktencheck.

Die einen fordern ein Feuerwerksverbot, andere fiebern der Knallerei am Silvesterabend regelrecht entgegen. Fest steht: In Deutschland gehören Böller und Raketen zu Silvester wie der Punsch oder „Dinner for One“. Dafür geben wir laut Umweltbundesamt jährlich 100 bis 150 Millionen Euro aus. Dieser Wert ist relativ konstant.

In diesem Jahr wurden die Diskussionen über ein Feuerwerksverbot in den Medien besonders laut. Früher ging es meist um die „unnötige“ Geldausgabe, heutzutage dreht es sich hauptsächlich um die Umweltbelastung, hier vor allem den Feinstaub.

Ein Fakten-Check

Jährlich setzt Deutschland laut Umweltbundesamt fast 4.500 Tonnen Feinstaub der Partikelgröße PM10 durch Silvesterböller und -Raketen frei. Dazu hat das Amt errechnet, dass unser Land rund 206.000 Tonnen Feinstaub pro Jahr produziert (2017). Somit beträgt der Anteil des Silvester-Feinstaubs daran rund zwei Prozent.

Bedeutet also: Was die Deutschen um den Jahreswechsel herum in die Luft schießen, entspricht laut des Amts der Feinstaubbelastung, die dieses Land normalerweise in mehr als einer Woche produziert.

Doch wie bei allem gibt es auch hier zwei Seiten der Medaille:
Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) widerspricht den Angaben des Umweltbundesamtes vehement. Laut VPI würden pro Jahr in Deutschland rund 40.000 Tonnen Feuerwerkskörper verkauft. Eine Tonne davon produziere rund 250 Gramm PM10-Feinstaub.

Laut diesen Zahlen belaste die Silvesterknallerei unsere Luft mit lediglich zehn Tonnen Feinstaub PM10 – oder anders gesagt um 99,8 Prozent geringer, als es das Umweltbundesamt angibt.

Im Folgenden einige Vergleichswerte, um die abstrakten Tonnen-Angaben besser einordnen zu können. Ein einzelnes Kreuzfahrtschiff wie die „Harmony of the Seas“ stößt 0,45 Tonnen Feinstaub aus – pro Tag! Alle Kachel- und Kaminöfen in Deutschland pusten pro Jahr rund 20.000 Tonnen Feinstaub in die Luft.

Fakt ist: Belastbare, genaue Messungen zum Silvesterfeuerwerk gibt es derzeit nicht. Die Angabe von 4.500 Tonnen Feinstaub durch das Silvesterfeuerwerk basiert auf Schätzungen.

Stark sinkende Feinstaubbelastungen seit 1995

Fakt ist außerdem, dass die Feinstaubbelastung Deutschlands in den beiden relevanten Partikelgrößen PM10 und PM2,5 seit mehr als 20 Jahren kontinuierlich sinkt. So wurden etwa 1995 noch 333.000 Tonnen Feinstaub (PM10) freigesetzt, im Jahr 2017 waren es 206.000 Tonnen.

Dennoch denken viele Kommunen über ein Feuerwerksverbot nach oder haben es für 2019 bereits verhängt, während die Bundesregierung sich diesbezüglich bedeckt hält. Fraglich ist, ob Verbote ihren Zweck erfüllen oder nicht eher Trotzreaktionen hervorrufen.

Aber wie haltet ihr es an Silvester? Gehört die Knallerei für euch einfach dazu oder braucht ihr das nicht? Und an die, die sich nichts daraus machen: Gönnt ihr den anderen trotzdem ihren Spaß?

Seid so frei und teilt uns eure Meinung in den Kommentaren mit!

Titelbild: stock.adobe.com

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1 Kommentar zu “Muss ein Feuerwerksverbot wirklich sein? Ein Faktencheck.

  1. Wie ist die Billianz anderer Länder was Silveszer betrifft?
    Man kann auch alles schlecht reden! Schon beim laufen mit einer Geschwindigkeit ab 4 km/h wirbeln wir Feinstaub auf! Silvester gehört dazu und es sollte auch weiterhin so bleiben. Kommunaöe Feuerwerke, eie es viele fordern wären auch hier der falsche Weg. Es wäre eine Unmenge an zusätzlichem Personal erforderlich und für viele nicht möglich sich dies anzuschauen aufgrund der Lage der Wohnung. Es würden dann auch viele mit dem Auto dorthin fahren was wiederum Feinstaub verursachen würde.
    Das ganze Theater mit Feinstaub ist gemacht und übertrieben! Denn 90% des Feinstaubes gab es schon immer und ist natürlichen Ursprungs!
    Lasst den Leuten diesen einen Tag zum Böllern und Raketen in den Himmel schießen und hört mal mit der Dramatik auf. Man kann es nicht mehr hören.

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