Deine Bucket List: Warum sich große Ziele lohnen

Spätestens seit dem Film „Das Beste kommt zum Schluss“ ist die sogenannte Bucket List in aller Munde. In der Komödie mit Jack Nicholson und Morgan Freeman in den Hauptrollen erstellen zwei durch Krankheiten todgeweihte ältere Herren eine Liste mit Dingen, die sie bis zu ihrem Ableben noch abhaken möchten. Um die Liste abzuarbeiten, türmen sie aus dem Krankenhaus und erleben wahnwitzige Abenteuer.

Die nicht ganz so knackige deutsche Übersetzung des Begriffs Bucket List wäre demzufolge die „Liste der Dinge, die man vor seinem Tod unbedingt noch machen möchte“. Seinen Ursprung hat der englische Begriff übrigens in der Redewendung „to kick the bucket“, die so viel bedeutet wie „ins Gras beißen“ oder „den Löffel abgeben“.

Kleine Idee, große Wirkung

Zugegebenermaßen klingt das im ersten Moment etwas wie eine Begleiterscheinung des Yolo-Trends – die Umgangssprachliche Abkürzung Yolo steht als Akronym für die englische Phrase „You only live once“ („Du lebst nur einmal“) und ist eine Aufforderung, Chancen zu nutzen und einfach Spaß zu haben.

Dabei ist die eigentliche Idee einer Liste mit persönlichen Zielen und Vorhaben gar nicht verkehrt. Denn dafür muss der Schreiber sich unweigerlich mit der Frage auseinandersetzen, was er noch vom Leben erwartet. Er muss sich Gedanken machen, wer er ist, wohin er will und was er mit seiner kostbaren Freizeit anfangen möchte.

Seine Wünsche und Ziele auszuformulieren, hilft, die langfristigen Träume nicht aus den Augen zu verlieren und motiviert dazu, der Phantasie freien Lauf zu lassen. Wilhelm Hoffmann, Professor für Psychologie an der Uni Köln, sagte kürzlich in einem Interview mit dem WDR: „Es spricht überhaupt nichts dagegen, dass man sich immer mal wieder hinsetzt und sich fragt: Was ist mir eigentlich wichtig?“ Denn so könnten Prioritäten gesetzt und Dinge getan werden, die im Alltag meist wenig Beachtung finden.

Das geschriebene Wort schafft eine größere Verbindlichkeit, als nur in Gedanken zu schwelgen. Dabei liegt der Fokus auf der Frage „Was will ich?“ und damit ausschließlich auf einem selbst. Die Bucket List spiegelt wider, was für eine Person man ist und zu welcher man werden will. Abgehakte Punkte sowie Ziele, die man nach einiger Zeit wieder streicht, weil sie doch nicht mehr so wichtig erscheinen, geben Rückschluss darauf, in welche Richtung man sich weiterentwickelt.

Der Blick ist nach vorne gerichtet und nicht in die Vergangenheit – bei einer Bucket List geht es darum, das Hier und Jetzt so zu gestalten, dass es den eigenen Vorstellungen entspricht. Und bei all dem wird einem aus dem üblichen Trott heraus wieder ins Bewusstsein gerufen, wie frei man theoretisch eigentlich ist und was sich wirklich lohnt im Leben.

Titelbild: stock.adobe.com

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