Rauchen im Ausland - Eine rauchende Frau auf der Champs-Élysées in Paris

Wie streng sind andere? So ist Rauchen im Ausland geregelt

Uns Deutschen wird allgemein nachgesagt, für alle Lebenslagen Gesetze und Regeln zu erlassen – hierzulande muss eben alles seine Ordnung haben. Die Nichtraucherschutzgesetze in den einzelnen Bundesländern offenbaren, dass in diesem Bereich tatsächlich minutiös festlegt ist, wo und wann sich die Menschen eine Zigarette anzünden dürfen. Besonders streng gehen dabei Nordrhein-Westfalen, Bayern und das Saarland vor. Dort gilt in Restaurants, Kneipen oder Clubs ein striktes Rauchverbot. Andere Bundesländer halten es wesentlich kulanter und räumen Ausnahmeregelungen ein, wie etwa das Paffen in abgetrennten Räumen oder im Rahmen von Brauchtumsveranstaltungen.

Urlaubsländer oft vergleichbar – Ausnahme Griechenland

Doch sind diese Regelungen wirklich so streng wie in anderen Ländern? Wie wird das Rauchen im Ausland geregelt? Hierzu lohnt beispielsweise ein Blick auf besonders beliebte Urlaubsziele. In Italien ist die Gesetzeslage mit der hiesigen durchaus vergleichbar: In gastronomischen Betrieben gilt ein grundsätzliches Tabak-Tabu außer in eigens ausgewiesenen Separees. Rigoroser gehen die Spanier vor, die in öffentlichen Gebäuden keine Ausnahmen dulden – selbst geschlossene Gesellschaften müssen fluppenfrei bleiben.

Noch weitaus drakonischer fallen die Gesetze in der Türkei aus, wo das Rauchen – oder das Kauen und Schnupfen von Tabak – im frei zugänglichen Raum praktisch komplett untersagt ist. Das gilt nicht nur in der Gastronomie, sondern ebenso in Sportstadien, Taxis oder Konzerthallen. Fernseh- und Radioanstalten sind überdies verpflichtet, mindestens 90 Minuten pro Monat in Sendungen oder Spots auf die Gefahren des Konsums von Rauchwaren hinzuweisen.

Gleich nebenan, in Griechenland hingegen, befindet sich das Raucherparadies Europas. Existierende Schutzgesetze für Nichtraucher werden in der Praxis fast überall unter den Tisch gekehrt. Kaum ein Café oder Restaurant, in dem nicht gepafft wird. Ob auf offener Straße, am Strand oder in Film und Fernsehen – die Fluppe gehört in Griechenlands Alltagsbild und ist nicht so sehr verpönt wie auf dem übrigen Kontinent.

In den USA ist das Erlassen von Nichtraucherschutzgesetzen Sache der einzelnen Bundesstaaten. Entsprechend unterschiedlich fallen die Vorgaben aus. Die restriktivsten Regeln haben die Regierungen in Neuengland, an der Westküste sowie auf Hawaii veranlasst. Im Gegensatz dazu gehen es Teile der Südstaaten und ebenso Alaska etwas lockerer an. Wer also als Raucher einen Trip in die USA plant, ist gut beraten, sich im Vorfeld über die gültige Gesetzeslage zu informieren, um Bußgelder zu vermeiden.

In China bietet sich ein disparates Bild. Während in den Metropolen wie Peking oder Shanghai straffe Vorgaben gelten und die Bürger sogar aufgefordert sind, Verstöße den Behörden zu melden, sieht es in der Provinz anders aus. Dort wird eher lax kontrolliert, was die China National Tobacco Corporation nicht ungern sieht. Denn der Konzern beherrscht den chinesischen Tabakmarkt und produziert mehr als 160 Zigarettenmarken.

Japan: Außen pfui, innen hui

Etwas zwiespältiger geht da Japan vor. Im öffentlichen Raum ist das Rauchen in ganzen Straßenzügen, auf Plätzen und in Parks strikt untersagt. In Tokios Ausgehvierteln sorgt sogar ein patrouillierender Ordnungsdienst dafür, dass „versehentlich“ angezündete Zigaretten sofort entsorgt werden – in Aschenbechern, die die Herren den Rauchern unaufgefordert unter die Nase halten. In der Gastronomie hingegen dürfen kleinere Betriebe selbst entscheiden, ob sie das Rauchen erlauben. Größere Lokale unterliegen einem kompletten Verbot, dürfen aber Raucherräume einrichten, in welchen allerdings weder Essen noch Trinken erlaubt sind. In vielen Hotelzimmern sind Aschenbecher zu finden, die schnellen Shinkansen-Züge bieten Raucherräume. Kurz: Unter freiem Himmel ist Paffen größtenteils tabu, in geschlossenen Räumen eher gestattet als verboten.

Fazit: Das Rauchen im Ausland gestaltet sich mal liberaler, mal restriktiver als in Deutschland.

Titelbild: stock.adobe.com

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