Frau von hinten gesehen mit Blick auf das Parlamentsgebäude der EU

Die EU ganz nah: Was Brüssel für deine Stadt tut

Die Europäische Union (EU) besteht nicht nur aus irgendwelchen Politikern in Brüssel. Teil von ihr sind Länder, aber auch Kommunen, Regionen und Städte. Dort leben mehr als 500 Millionen Menschen, die direkt von dem Zusammenschluss profitieren. Aber was macht die EU genau in deiner Stadt? Wir zeigen dir als Beispiel Projekte in Köln, Hamburg, München und Berlin.

Köln

Die Millionenmetropole am Rhein ist die bevölkerungsreichste Stadt Nordrhein-Westfalens und einer der bedeutendsten Wirtschaftsstandorte Deutschlands. Wie in allen Großstädten der Bundesrepublik steigt die Bevölkerungszahl rasant an. Da bedarf es besonders in den Bereichen Mobilität und Umwelt einer nachhaltigen Weiterentwicklung. So nimmt Köln etwa im Rahmen der Initiative SmartCity am Projekt GrowSmarter teil, das mit 25 Millionen Euro von der EU gefördert wird. Im Stadtteil Mülheim sollen mit dessen Hilfe Energie und Kohlendioxid eingespart werden, um die Klimaziele der EU zu erreichen.

Die Häuser der Stegerwaldsiedlung werden daher besser gedämmt. Durch den Einsatz modernster Sensortechnik sollen die Anwohner außerdem zum Energiesparen motiviert werden. Mithilfe von Fotovoltaik auf den Dächern soll vor Ort zudem Strom erzeugt werden, der den Bürgern als besonders günstiger „Mieterstrom“ zur Verfügung gestellt wird. Diese Anlage wird ebenso wie die Stromspeicher mithilfe einer Software gesteuert. Öffentliche E-Ladesäulen, konventionelle und elektrische Fahrräder sowie Leihwagen werden an zentralen Stellen, sogenannten Mobilitäts-Stationen, aufgebaut. Je nach Verkehrslage, die auf einer Open-Data-Plattform veröffentlicht wird, können die Einwohner dann das optimale Verkehrsmittel auswählen.

Hamburg

In der Schifffahrtsmetropole sind zahlreiche branchenführende Unternehmen in Luftfahrt, Logistik, Handel und Transport ansässig. Trotzdem oder gerade deswegen möchte Hamburg außerdem bis 2020 die CO2-Emissionen um 40 Prozent senken, bis 2080 sogar um 80 Prozent. Dafür sind Bäume ein wichtiges Mittel. Wenn in der Hansestadt ein öffentlicher Baum gefällt werden muss, soll das Baumkataster die Bürger in Zukunft über den Grund informieren und verlinkt sie mit „smarticipate“. Das ist eine von der EU geförderte Online-Plattform zur Einbindung von Bürgern in Stadtplanungsvorhaben.

Auf „smarticipate“ können Informationen und Meinungen ausgetauscht werden. Ist es nicht möglich, einen Baum an der gleichen Stelle zu pflanzen, schlägt das Programm alternative Standorte vor. Es stellt Infos zur geschätzten CO2-Reduzierung und zu den Kosten zur Verfügung. Außerdem können sich Bürger bewerben, um ihr vorgeschlagenes Exemplar zum Projekt „Mein Baum – Meine Stadt“ hinzuzufügen, bei dem Bäume mithilfe von Spenden gepflanzt werden. Ist die Finanzierung sichergestellt, werden Initiativnehmer und Unterstützer von der Stadt eingeladen, um an der Pflanzung teilzunehmen.

München

In der bayerischen Landeshauptstadt sind zahlreiche Arbeitgeber ansässig – vom deutschen und europäischen Patentamt über Unternehmen der Informationstechnologie bis hin zu Universitäten und Hochschulen. Dennoch gelingt manchen jungen Menschen der Einstieg in die Berufswelt nicht reibungslos. Sei es wegen schulischer Schwierigkeiten, gesundheitlicher Einschränkungen, Flucht- und Migrationserfahrungen oder Konflikten am Arbeitsplatz. Die Diakonie Hasenbergl unterstützt Betroffene mit ihrer Jugendwerkstatt „Junge Arbeit“ bei der Berufsausbildung. So erhalten sie etwa sozialpädagogische Betreuung und falls nötig Nachhilfeunterricht. Bezahlen müssen die Jugendlichen dafür nicht. Denn die Diakonie erhält für ihre Arbeit eine Finanzspritze aus dem Europäischen Sozialfonds.

Berlin

Die deutsche Hauptstadt ist die größte Metropole der Bundesrepublik. Neben der politischen Rolle ist Berlin bekannt für seine innovative Start-up-Szene sowie als Kreativ- und Kulturlandschaft. Letztere wird ebenfalls von der EU gefördert. Das Budget für „Kreatives Europa“ beläuft sich bis 2020 auf fast 1,46 Milliarden Euro. Ein Projekt, das dabei unterstützt wird, ist zum Beispiel „Future Diversities – Creativity in an Urban Context“. Die Stadtbewohner sollen motiviert werden, Kunst nicht nur zu konsumieren, sondern sich selbst aktiv zu beteiligen.

Künstler zeigen dafür in zahlreichen Workshops und öffentlichen Veranstaltungen, wie unsere Städte gestaltet werden könnten und gehen dabei auf die Bedürfnisse der Bewohner und aktuelle Entwicklungen ein. So haben beim Digital Calligraffiti Camp 2017 junge Geflohene Botschaften erstellt und auf Fassaden, Leinwänden und Großbildschirmen in Berlin verbreitet. Unterstützt wurden sie von traditionellen Kalligraphen und Calligraffiti-Künstlern. Die Teilnehmer lernten zudem, Schriftzüge auf verschiedene Materialien zu drucken und treffen sich wöchentlich, um neue Produkte herzustellen und zu verkaufen. Der Erlös geht anteilig an sie und das Projekt.

Wer genauer wissen möchte, was in seiner Region los ist, kann sich auf www.what-europe-does-for-me.eu dazu informieren.

Foto: stock.adobe.com

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