Pommes statt Pilates

Gemüse ist voller Vitamine, Ballaststoffe und reich an wichtigen Mikronährstoffen… Ja stimmt alles, aber Pommes sind einfach geil. Gönnt euch mal!

Disziplin prägt unseren Alltag. Wir stehen morgens auf, wenn der Wecker klingelt, sind pünktlich bei der Arbeit, gehen nie vor Dienstschluss oder machen sogar Überstunden. In der Mittagspause verzichten wir auf deftige Pommes und essen lieber einen leichten Salat.

Statt abends in die Kneipe zu gehen oder vor dem Fernseher zu entspannen, führt der Weg ins Fitnessstudio oder zum Pilates. Und dann geht es früh ins Bett, um am nächsten Tag ausgeschlafen zu sein. Viele von uns verbieten sich selbst Dinge, die sie gerne mögen. Doch wer sich nie etwas gönnt, verliert den Spaß – nicht nur am Essen.

Klar, gesunde Ernährung und Bewegung tun gut. Aber manchmal geben wir uns „zu viel des Guten“. Denn längst ist es wissenschaftlich bewiesen, dass es gesund ist, sich auch mal etwas zu gönnen. Warum verzichten wir zum Beispiel auf Fast Food? Oder überlegen lange, ob wir am Abend Feiern gehen, wenn am nächsten Morgen ein wichtiger Termin ansteht? Vermutlich weil wir gerne alles unter Kontrolle haben. Da in der heutigen Welt vieles unkontrollierbar erscheint, sind wir bei uns selbst umso strenger.

Zudem wollen wir anderen gefallen. Als Kind haben uns unsere Eltern gelobt, wenn wir etwas „richtig“ gemacht haben. Wer als Erwachsener immer das „richtige“ tut, der wird ebenfalls gelobt ­– vom Partner, vom Chef, von der Clique, von den Freunden im Fitnessstudio. Aber mal ehrlich: Viel zu oft kommt einfach – nichts. Dass wir funktionieren, wird als ganz selbstverständlich betrachtet. Meistens wird unser Verzicht gar nicht anerkannt. Das ist frustrierend.

Wer sich ab und zu belohnt, bleibt auf lange Sicht ausgeglichen und fühlt sich wohl. Das Stück Kuchen sieht lecker aus, aber wir greifen nicht zu. Der Film ist gerade so spannend, aber wir sagen: Schluss für heute, ab ins Bett. Jedes Mal wirkt ein solcher Verzicht im Gehirn wie eine kleine Bestrafung. Aber unser Körper liebt die Balance. Wer sich oft „bestraft“, darf sich auch mal belohnen. Das motiviert und macht glücklich. Einfach mal auf das Bauchgefühl hören. Nicht: Was ist richtig, sondern was fühlt sich richtig an! Jeder von uns kann selbst entscheiden, was ihm wann guttut.

 

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