Mehr Mut zum Genuss

Einfach einkaufen, worauf Du Appetit hast? Na, wo kämen wir denn hin, wenn das jeder machen würde? In den Einkaufskorb gehören doch nur Produkte, die gluten- und fettfrei oder mindestens Bio sind. Diesen Eindruck bekommen zumindest Supermarkt-Kunden, wenn sie sich die Produkte in den Supermarktregalen anschauen.

Eine unschöne Entwicklung zeichnet sich seit Längerem ab: Immer häufiger und massiver versuchen Staat und Regierung Einfluss auf die Kaufentscheidungen der Menschen zu nehmen. Mal mehr, mal weniger subtil. Insbesondere bei Lebensmitteln fehlt es nicht an Warnhinweisen und Ermahnungen. Der sogenannte mündige Bürger hat wohl ausgedient.

Ein erster Höhepunkt war ein Vorschlag der Bundestagsfraktion der Partei Bündnis 90/Die Grünen, einen Veggieday einzuführen. Die Politiker forderten im Bundestagswahlkampf 2013 ein Verbot von Fleischgerichten in den Kantinen des Landes. Ausschließlich Obst und Gemüse sollten auf die Teller der arbeitenden Bevölkerung. Der Gegenwind fiel stürmisch aus: In den sozialen Medien hagelte es Kritik und Spott, die Umfragewerte der Partei brachen ein. Die übereinstimmende Meinung der Menschen: Eine derartige Bevormundung ist überflüssig, der Vorstoß albern. Resultat: Die Grünen ruderten hektisch zurück, ihr Wahlergebnis fiel dennoch recht bescheiden aus.

Heute gehen eifrige Befürworter einer vermeintlich gesunden Ernährung vergleichsweise dezent zu Werke. Selbstverständlich stehen angeblich schädliche Lebensmittel nach wie vor in den Regalen der Supermärkte. Doch die auf ihnen angebrachten Kennzeichnungen haben inzwischen fast schon die Größe von Verkehrsschildern. Neben Verfallsdatum und Zutaten drängen sich Warnhinweise immer mehr in den Vordergrund. Da wird dem Konsumenten der Genuss von Kaffee, Alkohol oder Süßigkeiten schon vor dem Kauf verdorben. Und wer doch zugreift, wird anschließend nicht selten von einem schlechten Gewissen geplagt.

Umgekehrt werben immer mehr Produkte mit einschlägigen Labeln. „Bio“, „Nachhaltig“, „Light“ oder „Fettreduziert“ – ohne solche Etiketten scheint es kaum noch zu gehen. Wobei die Seriosität und Aussagekraft dieser Aufkleber bisweilen durchaus zweifelhaft sind. Allein unter der „Bio“-Fahne firmieren mittlerweile zahllose Nahrungsmittel. Die einzelnen Labels sind indes rein optisch derart verschieden gestaltetet, dass sich die Frage stellt, wer die vorgeblichen Gütesiegel eigentlich überhaupt vergibt oder die Einhaltung von Produktionsstandards kontrolliert. Als verlässliches Qualitätsversprechen haben die Siegel nicht zuletzt deshalb längst ausgedient.

Sicher ist es aus medizinischen Erwägungen wenig ratsam, sich ausschließlich von Cola und Kartoffelchips zu ernähren. Doch wer sich jeglichen Genuss versagt, nimmt eine Beschneidung seiner Lebensqualität vorauseilend bereitwillig in Kauf. Der eine oder andere Kaffee bringt den Kreislauf in Schwung und schmeckt zudem noch ausgesprochen lecker. Nichts spricht gegen ein Bier nach der Arbeit oder ein Gläschen Wein zum abendlichen Spielfilm im Fernsehen. Ein paar Süßigkeiten müssen dabei nicht zu fehlen. Und was wären ein Kinobesuch ohne die obligatorische Tüte Popcorn und ein Fußballspiel ohne Stadionwurst?

Der weitgehende Verzicht auf leckere Genussmittel macht nicht dauerhaft glücklich. Nicht nur Warnetiketten, sondern auch Lust und Laune sollten die Kaufentscheidungen im Supermarkt bestimmen. Also für den Pausensnack einfach mal wieder zum Schokopudding statt zum Obstsalat greifen, das Leben darf schließlich Spaß machen.

Muss ein Feuerwerksverbot wirklich sein? Ein Faktencheck.

Die einen fordern ein Feuerwerksverbot, andere fiebern der Knallerei am Silvesterabend regelrecht entgegen. Fest steht: In Deutschland gehören Böller und ...
W E I T E R L E S E N

Ist die Weihnachtsfeier eigentlich Pflicht?

Sich frei zu fühlen – das bedeutet manchmal auch einfach „Nein, Danke“ zu sagen. Ein ehrliches „Sorry, aber darauf habe ...
W E I T E R L E S E N

Deine Bucket List: Warum sich große Ziele lohnen

Spätestens seit dem Film „Das Beste kommt zum Schluss“ ist die sogenannte Bucket List in aller Munde. In der Komödie ...
W E I T E R L E S E N

10.000 Schritte pro Tag? Uralte Fake-News!

Seit einigen Jahren schon zählen wir nicht mehr nur Kalorien, sondern auch Schritte – 10.000 sind dabei für die meisten ...
W E I T E R L E S E N

„Todsünde“ Zucker: Wissen wir nicht selbst, was gut für uns ist?

Großbritannien, Frankreich, Ungarn, Finnland und Mexiko – was haben diese Länder gemeinsam? Eine Zuckersteuer! Eine solche Abgabe in Höhe von ...
W E I T E R L E S E N

Raucherpausen: Gleiches Recht für alle!

Kein Mensch arbeitet acht Stunden ohne jegliche Pause durch. Jeder Arbeitnehmer hält im Verlauf des Tages mal ein kleines Schwätzchen ...
W E I T E R L E S E N
 
Sei so frei und teile dies auf ...

0 Kommentare zu “Mehr Mut zum Genuss

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox fr die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.